Archiv für März 2010

Der steinige Weg zur ultimativen Cupcake-Dekoration

Dienstag, 23. März 2010

blumen-fur-cupcake-fotos

Samstag war Frühlingsanfang und ich denke, besser hätte man ihn nicht beginnen können und nicht nur weil es Cupcakes gab ? die gab es erst später. Zuvor haben wir in einer Gemeinschaftsaktion den Vorgarten von Steffi umgegraben. So kamen einige Freunde, gerüstet mit Spaten, Schaufel und guter Laune, angerückt, um gemeinsam den Boden für all die wunderschönen Blumen und Pflanzen vorzubereiten, die dort bald wachsen sollen.

Ich liebe es in der Erde zu buddeln. Am liebsten säe ich Pflanzen, die zum einen wunderschön aussehen, aber auch gleichzeitig essbar sind. Zum Beispiel haben Rhabarber und Mangold tolle Blätter, die sollte man zwar nicht essen, aber den Rest kann man köstlich zubereiten. Ich mag es, wenn man beides bei der Gestaltung des Gartens berücksichtigt. So wie die englischen Cottage-Gärten, von denen auch Getrude Jekyll inspiriert wurde.

Wer sich auch an solchen Gärten erfreut und im nächsten England Urlaub mehrere Gärten erkunden will, sollte darüber nachdenken Mitglied im National Trust www.nationaltrust.org.uk/main/ zu werden. Zum einen sind dort zahlreiche traumhafte, der Öffentlichkeit zugängliche Gärten, zu besichtigen. Zum anderen sind sie gut ausgeschildert und man erhält reichlich Kartenmaterial, um seine Route zu planen und die Gärten und Anwesen schnell und einfach zu finden. Als Mitglied bezahlt man eine Jahresgebühr und kann sich dann alle Gärten anschauen. Man kann auch einfach nur für den jeweiligen Garten die Eintrittskarte kaufen, doch für mehrere Gärten lohnt sich schnell eine Mitgliedschaft. Es macht wirklich großen Spaß die Schönheit dieser Gärten in sich aufzunehmen. Anschließend kann man sich noch eine schöne Kanne heißen Tee gönnen und eine Kleinigkeit zu essen. Alle Speisen dort, ob Kuchen oder herzhafte Gerichte, finde ich ausgesprochen köstlich. Ich bin überzeugt, dass diese Art des „traditional home cooking“ auch den letzten Zweifler an der englischen Küche überzeugt. Die Cafés des National Trust befinden sich meist in schönen, alten Gebäuden, die zum Anwesen gehören. Ich mag diese Atmosphäre dort und vermisse sie hier.

Aber zurück zu unseren essbaren Pflanzen und insbesondere zu den essbaren Blüten, die wir jedes Jahr anpflanzen. Die Blumen, die wir in unserem Buch verwendet haben, haben wir auch alle selbst gezogen ? na ja, fast alle. Wir durften uns dazu auch in Nachbars Garten bedienen. Aber es gibt noch viel mehr essbare Blüten, die wir gar nicht alle in unserem Buch verwenden konnten.

Ich habe dieses Jahr bereits Bellis und Hornveilchen eingepflanzt, deren Blüten man essen kann. Jedoch warte ich immer eine Weile, bevor ich die Blüten von gekauften Pflanzen verwende, falls doch irgendwelche Rückstände vom Sprühen vorhanden sind.

Es ist ein tolles Gefühl, einfach nur kurz raus zu gehen, um etwas zu pflücken und damit meine Cupcakes zu dekorieren. Natürlich verwende ich essbare Blüten nicht nur für Cupcakes, ich streue sie z.B. auch gerne über Salate. Das sieht wirklich immer fantastisch aus.

Doch von der Ernte sind wir jetzt noch ein wenig entfernt. Das macht aber nichts, denn auch das Umgraben an der frischen Luft machte viel Spaß und zwischendurch haben wir uns alle bei heißem Kaffee und Cupcakes gestärkt und Pläne für die Gartengestaltung geschmiedet.

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Diese Sitzgelegenheiten www.recyclingboerse.org/index.php/FotosEroeffnungDesignpreis2009/ finde ich perfekt für den Garten. Mir gefallen sie total gut. Ich bewundere immer Menschen, die aus so einfachen, ausrangierten Dingen etwas völlig Neues und Phantastisches schaffen können. Steffi gehört auch dazu. Erst in den letzten Jahren habe ich begriffen, dass unter den zahlreichen Geschenken, die ich von ihr bekommen habe, auch immer etwas Selbstgemachtes war, und immer so perfekt und wunderschön, dass ich anfangs immer nur gedacht habe „Wow, was für einen tollen Laden kennt sie da, da muss ich auch unbedingt mal hin“. Aber leider kann man Steffis wunderbare Ideen nicht kaufen.

Es war auf jeden Fall ein toller Tag! Wir werden nächstes Wochenende weiter machen. Und allen, die auch ihre eigene Cupcake-Dekorationen säen oder pflanzen wollen, wünschen wir ganz viel Spaß dabei. Und übrigens: dazu braucht man nicht unbedingt einen Garten, man kann essbare Blüten auch auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank ziehen. Und wer das alles nicht hat, hat vielleicht schon mal etwas von „Guerilla Gardening“ gehört?

„Bilder statt Eier“ oder „Cupcakes und Ostereier“, oder beides?

Montag, 15. März 2010

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Wir haben uns sofort an dieser Aktion „Bilder statt Eier“ beteiligt, denn wir finden, dass es eine total nette und witzige Idee ist. Obwohl ich befürchte, der Künstler Daniel Philip Schuster alias Phil Porter könnte sich da ein wenig zuviel zumuten. Er schenkt nämlich jedem, der ihm bis zum 20. März 2010 eine Leinwand+Rückporto schickt, ein Bild auf eben dieser Leinwand.

Wer schon die ersten Ergebnisse sehen, oder sich auch an der Aktion beteiligen, oder einfach mehr über den Künstler erfahren möchte, und um andere Arbeiten von ihm kennen zu lernen, sollte unbedingt mal auf seine Seite www.phil-porter.de/ schauen.

Dort äußert er auch: „Schluss mit dem Osterkitsch!? Und neonpinke Holzschmetterlinge sind nirgendwo schön!“. Er plädiert viel mehr dafür, statt Ostereier zu kaufen, sollte man lieber das Geld in Kunst investieren. Und natürlich hat er irgendwie recht ? an Kunst in der eigenen Wohnung kann man sich jeden Tag erfreuen. Trotzdem werde ich nicht auf Ostern und Ostereier verzichten, aber das ist auch überhaupt nicht Vorraussetzung, um bei der Aktion „Bilder statt Eier“ mitzumachen. So kann ich mich unbeschwert auf beides freuen.

Ich verzichte auch liebend gerne auf „neonpinke Holzschmetterlinge“, die braucht wirklich keiner, aber „netter“ Kitsch gefällt mir zwischendurch doch mal. Besonders bei den diversen Festen lebe ich ganz gerne das Bedürfnis nach etwas schrägem und buntem Kitsch aus, um ihn danach wieder in Kisten zu verstauen und mich im nächsten Jahr erneut darauf zu freuen.

Für mich gibt es einen Unterschied zwischen schlechtem Geschmack und Kitsch. Nicht alles, was hässlich ist oder ich so empfinde, ist für mich ebenfalls Kitsch. Aus meiner Sicht gibt es auch „netten“ Kitsch.

Jeff Koons ist ein gutes Beispiel, dass Kitsch sogar Kunst sein kann, oder umgekehrt? Und er hat sogar das richtige für Ostern:

katalog

Jeff Koons und vielleicht auch den ein oder anderen „netten“ Kitsch kann man bis zum 9. Mai in der Ausstellung „Pop Life“ in www.hamburgerkunsthalle.de/archiv/seiten/poplife.html bewundern, die zuvor in der Tate Modern zu sehen war. Mehr zur Ausstellung findet man unter
/www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,676981,00.html

Meine Osterplanung ist dieses Jahr inspiriert durch „Alice im Wunderland“ und die opulenten Bildern, die man teilweise fast auch als kitschig im positiven Sinne bezeichnen kann. So habe ich Ostern vor, anstelle eines Brunches mit Freunden und Familie lieber eine Teetafel mit Unmengen von unwiderstehlichen Cupcakes zu zelebrieren und natürlich darf ein Hase dabei nicht fehlen. Das Kostüm haben wir schon ? hat natürlich Steffi gemacht. Es muss nur noch jemand Spaß daran haben, darin herum zu hoppeln. Phantastisch wäre es auch, wenn das Wetter Ostern schön wäre und die Aktion stilecht im Park stattfinden könnte. Im Park können die Kinder Ostereier suchen, während wir alle köstliche Cupcakes genießen.

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Weltfrauentag und wie Cupcakes da rein passen

Montag, 8. März 2010

cupcake-von-der-butch-bakery

Passend heute zum Weltfrauentag ist das Thema hier nun „butch cupcakes“. Die neuste Idee auf dem amerikanischen Cupcake-Markt wird dort gerade heftig unter genderspezifischen Aspekten diskutiert.

Aus meiner Sicht sind wir noch ganz schön weit von Gleichberechtigung entfernt, wenn Männer meinen, sie bräuchten ihren eigenen Cupcake, der auf keinen Fall rosarot sein darf. Unsere Cupcakes sind nicht einfach rosarot durch Farbstoff. Darauf können alle Menschen verzichten. Unsere Cupcakes erhalten ihre Farbe durch Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, rote Johannisbeeren und all die köstlichen roten Früchte. Und auf rosarote Cupcakes zu verzichten, heißt auch auf den wunderbaren Geschmack all dieser Früchte in Cupcakes zu verzichten.

Es ist doch offensichtlich keine Gleichberechtigung, wenn einem Jungen unwiderstehliche rosarote Cupcakes vorenthalten werden, weil sie eben zu weiblich sind.

Berauben wir uns und unsere Kinder nicht viel mehr vieler schöner Erlebnisse, indem wir ihnen solche blödsinnigen Rollenklischees vermitteln wie: Pink ist nur was für Mädchen, Jungen tanzen kein Ballett, Mädchen spielen kein Fußball, Jungens werden Ärzte, Mädchen Krankenschwestern, Jungens sind wilder, Jungens prügeln sich und sind aggressiver, Mädchen immer ruhiger, Mädchen können nicht logisch denken, Frauen sind emotionaler, Jungens dürfen nicht weinen und eben jetzt soll auch noch die Wahl des Cupcakes eingeschränkt werden.

Ich frage mich auch, was für ein Bild Männer vermitteln wollen, die „butch cupcakes“ essen. Die „butch cupcakes“ //www.butchbakery.com/ sind alle mit einer Schokoladenplatte dekoriert. Abgesehen davon, dass schon keine roten Früchte verwendet werden, wird die geschmackliche Bandbreite durch die Schokolade ebenfalls noch weiter eingeschränkt, alle schmecken dann irgendwie nach Schokolade. Wir können nur hoffen, dass dadurch nicht auch die Denkweise eingeschränkt wird und der „butch cupcake“ essende Mann sich als engstirnig erweist. Auf die Schokoladenplättchen sind unterschiedliche Muster geprägt. Eines davon ist das, im Bild zu sehende, Camouflage Muster. Dieses Muster taucht zwar auch immer wieder in der Mode auf, aber ich fühle mich damit nicht wohl. Doch nicht jeder hat damit gleichermaßen die Assoziation von Krieg und Gewalt.

Unseren Cupcakes Cupcakes: 55 unwiderstehliche Törtchen, ob in rosarot oder schoko, kann bisher auf jeden Fall kein Mann widerstehen.

Zur Erinnerung an Rose Gray

Donnerstag, 4. März 2010

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Am 28. Februar 2010 starb Rose Gray im Alter von 71 Jahren an Krebs. Mit Ruth Rogers gründete sie vor 23 Jahren das River Cafe //www.rivercafe.co.uk/rc_page.php in London. Auch in Deutschland sind ihre Kochbücher bekannt und beliebt.

Nach Beendigung ihres letzten Kochbuches, das bisher nur auf englisch erschienen ist, entdeckten die Ärzte Hirntumore bei ihr. Bereits 2001 wurde Brustkrebs diagnostisiert, den sie mit einer Operation und Chemotherapie zunächst überwand.

Eigentlich hat sie Kunst studiert. Ein ausführlicherer Artikel über sie ist im „Guardian“ //www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2010/mar/01/rose-gray-river-cafe-died nachzulesen. Ebenso haben sich dort auch einige Kollegen wie Jamie Oliver zu ihrem Tod geäußert //www.guardian.co.uk/lifeandstyle/wordofmouth/2010/feb/28/rosegray-food-and-drink.

Sie hat die englische Esskultur erheblich beeinflusst und nicht nur weil 1999 im River Cafe Jamie Oliver entdeckt wurde. Er beschrieb ihre Art zu Kochen als „delicious simple cooking“. Genauso empfinde ich ihre Rezepte, z. B. ihre Tomaten und Brot Suppe ist ein einfaches und schnelles Reste-Essen ? wenigstens ich verwerte so meine Brotreste – und doch ist es wirklich lecker. Ihre Rezepte sind unkompliziert und ihre Küche zeichnet sich durch Frische und Qualität aus.

Sie integrierte italienische Produkte und brachte italienische Koch- und Lebensweise nach England und gab damit der englischen Küche und dem englischen Geschmack den nötigen Entwicklungsschub, der uns zahlreiche gute Kochbücher englischsprachiger Autoren bescherte.

10 wunderbare Dinge im Februar ? ausser Cupcakes ? die mir Freude gemacht haben

Montag, 1. März 2010

Nun beginnt wieder ein neuer Monat und wie schon im letzen Monat nehme ich das zum Anlass eine kurze Aufzählung zu machen, die über das eigentliche Thema dieser Seite, nämlich Cupcakes, hinausgeht.

  • Den Film „Plastic Planet“ www.plastic-planet.at im Kino anschauen und danach noch mit einer Freundin bei einem Kaffee quatschen
  • Filmfoto von www.plastic-planet.at

    Filmfoto von www.plastic-planet.at

  • Heiße Schokolade trinken ? natürlich aus geschmolzener Schokolade mit Marshmallows drinnen ? lesen und ab und an rausschauen und den Schnee auf den Bäumen und in den Gärten betrachten
  • Das Buch von Cindy Dyson Unalaska: Roman
  • Meine neue Wärmeflasche, natürlich von Steffi selbst umhüllt und liebevoll bestickt
  • Futter für die Vögel draußen hinlegen und mich an ihrem Besuch erfreuen
  • Die CD von Loreena McKennitt To Drive the Cold Winter Away
  • Auf dem Markt einkaufen und sich Farbe und Fröhlichkeit durch reichlich Tulpen in die Wohnung holen
  • Ein Wahnsinnspäckchen bekommen ? einfach so ? ohne Anlass, sollte man auch öfters für Freunde machen
  • Die DVD

  • Entweder die DVD schauen, aber besser: die Comics lesen