Archiv für April 2011

Feiern wie Kate & William oder „Dining at the Palace“ mit „Young Victoria“

Donnerstag, 7. April 2011

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In Anbetracht des Großereignisses des Jahres 2011, das in Deutschland gleichzeitig in beiden öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wird und in Großbritannien zum nationalen Feiertag erklärt wurde, rückt das britische Königshaus wieder mehr ins Rampenlicht. Das Großereignis, von dem hier die Rede ist, ist die am 29. April stattfindende Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William.

Es wird viel spekuliert über das Hochzeitskleid und zahlreiche weitere Details. Zur Hochzeitstorte www.spiegel.de/panorama/0,1518,753429,00.html gibt es die Information, dass es zwei Torten gibt, da Prinz William auf eine mit Keksen und Schokolade besteht. So wird Konditorin Fiona Cairns www.fionacairns.com/about-us/a-unique-product.html, die eigentliche Hochzeitstorte kreieren. Übrigens, sie backt auch reichlich Cupcakes ? vielleicht ja auch noch einige zusätzliche für die Hochzeit des Jahres. Pro Woche backt sie üblicherweise etwa 27.000 Cupcakes – viele auch für Hochzeiten und andere Feste. Der zweite Kuchen wird natürlich von McVitie?s entworfen. Ich mag auch gerne die tradionellen Kekse von ihnen, besonders die, die mit Schokolade überzogen sind, auch die Haferkekse finde ich gut ebenso wie die „Digestive“. Die finde ich so sogar so gut, dass ich in unserem neuen Buch „Cupcakes ? Für die schönsten Feste des Jahres“ ein Rezept damit entwickelt habe. Das Rezept, finde ich, passt gut zu Muttertag, aber man könnte es auch zur Hochzeit verwenden. Vielleicht hat ja jemand Lust sich von Kate & William für die eigene Hochzeit inspirieren zu lassen und serviert Hochzeitscupcakes, mit den gleichen Keksen, die es auch bei der Hochzeit des Jahres gibt. Nur mag ich nicht so sehr diese Schokoladen-Keks-Kuchen, so dass meine McVitie?s Cupcakes ohne Schokolade sind, aber eine Freundin fand, dass es die besten Cupcakes wären, die ich je gebacken hätte.

Wer durch dieses königliche Event inspiriert ist und seine eigene Hochzeit oder ein anderes Fest in Anlehnung daran gestalten möchte, findet auch Anregungen dazu in dem sehr informativen und hübschen Buch „Dining at the Palace“, das im Verlag Jacoby & Stuart erschienen ist.

Interessant finde ich, dass heute üblicherweise überraschend wenige – nur vier – Gänge bei den königlichen Festbanketten serviert werden, wohingegen es unter Königin Victoria 12-14 Gänge waren. Auch lies Königin Victoria in Schloss Windsor Gewächshäuser anlegen, um deren Planung sich Prinz Albert kümmerte und von dort und den schlosseigenen Gärten kamen lange Zeit auch viele der benötigten Zutaten für die opulente königliche Tafel. Ganz so pompös wie die britischen Monarchen müssen wir ja nicht unsere Feste zelebrieren, aber Anregungen und Ideen können wir uns holen, damit wir uns auch mal ganz königlich fühlen.

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Wer noch weitere königliche Anregungen sucht, findet sie vielleicht auch in dem Ende letzten Jahres auf DVD erschienen wunderbaren Film „Victoria“, in dem Emily Blunt die Rolle der jungen Victoria hervorragend spielt. Der Film beschreibt ihre Zeit als Thronanwärterin und die ersten Jahre ihrer Regentschaft. Bei einer solange andauernden Regierungszeit von 63 Jahren und 7 Monaten liegt es natürlich nahe, sich auf einen zeitlichen Ausschnitt zu beschränken.

Der Film vermittelt uns die Stärke Victorias, die eigentlich nicht zur Herrscherin erzogen wurde, jedoch trotzdem die Kraft und den Mut besaß, sich dem Drängen der eigenen Mutter zu widersetzen, obwohl sie schwer erkrankt war, indem sie sich weigerte Papiere zu unterzeichnen, die ihr die spätere Macht vorenthalten sollte. Obwohl weit entfernt von den Bedürfnissen und Sorgen der Arbeiterschicht erzogen, versuchte sie, ermutigt durch ihren Gemahl Prinz Albert, offen für die sozialen Probleme ihres Volkes zu sein. Übrigens, eine ausgesprochen glückliche Beziehung, die im Film nicht zu kurz kommt.

Prinz Albert übernahm auch die Haushaltsführung des Hofes. So kann dieses liebenswerte Paar schon fast als sehr modern betrachteten werden, obwohl die Bezeichnung „Hausmann“ wahrscheinlich nicht ganz passend wäre.

Der Film stellt die Jugendjahre der Königin relativ detailgetreu dar, wie sie auch von der Historikerin Antonia Fraser, der Frau des Literaturnobelpreisträgers Harold Pinter, in „Kings & Queens of England“ beschrieben werden. Das alles wird mit einer glücklichen Liebesgeschichte gekrönt.

Dieser fabelhafte Film „Young Victoria“ zeigt uns eine Epoche aus der Sicht der Regentin dieser Ära. Diese Epoche kennen wir bereits aus anderen Perspektiven, die in zahlreichen Romanen, auch heute noch populärer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters wie Charles Dickens und den Bronte-Schwestern, beschrieben werden. Auch Oscar Wilde und die irischen Literaturnobelpreisträger George Bernhard Shaw und William Butler Yeats lebten im viktorianischen Zeitalter und erweitern unser Wissen darüber.

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Ich muss gestehen, dass ich eine Schwäche für britische Herrscherinnen wie Königin Elisabeth I. und natürlich ebenso für Königin Victoria habe. Bedenkt man, dass heute in vielen Königshäusern immer noch die männliche Thronfolge gilt und Frauen in Deutschland erst seit 1919 das aktive Wahlrecht erhielten, so gehört diesen Frauen unsere ganze Bewunderung. Das passive Wahlrecht, d.h. Frauen dürfen auch gewählt werden, wurde ihnen im Nationalsozialismus sogar wieder entzogen. In der Schweiz gibt es erst seit 1971 das Wahlrecht für Frauen auf Bundesebene. In diesem Zusammenhang faszinieren diese britischen Königinnen vielleicht noch mehr ebenso wie ihr Leben und wie es Ihnen gelang in einer männerdominierten Welt sich durch zusetzen.

Königin Victoria regierte bisher am längsten über Großbritannien (1837?1901) und gab dem viktorianischen Zeitalter ihren Namen, das sich durch seine wirtschaftliche Blüte auszeichnete. Königin Victoria herrschte als Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und Kaiserin von Indien über ein Drittel der Weltbevölkerung.