Archiv für April 2016

?Puncture? ? großartiger Film mit Chris Evans beruhend auf einer noch fesselnderen und wahren Geschichten

Donnerstag, 28. April 2016

Letztens bin ich zufällig über einen Film gestolpert, von dem ich bisher nichts gehört habe und das obwohl er mit „Captain America“ Darsteller Chris Evans ist und auf einer wahren Geschichte beruht, die alleine schon genügt, um den Film als absolut sehenswert einzustufen. Aus meiner Sicht ist es der beste Film, in dem Chris Evans bisher mitgespielt hat, daher ist es verwunderlich, warum der Film es nur in wenige Kinos in den USA geschafft hat. Der Film hat nicht einmal einen deutschen Wikipedia Eintrag. Daher dachte ich zunächst, dass er in Deutschland nicht auf DVD erhältlich wäre. Zum Glück ist dem nicht so, sondern er ist auf DVD bzw. über Amazon Prime zusehen, also schaut euch den Film unbedingt an! Auch wenn Chris Evans hier nicht den perfekten Superhelden spielt, so spielt er einen doch wie immer gutaussehenden Superhelden, der jedoch drogenabhängig ist, aber hey, das ist das Leben und auch wenn man ihn schütteln möchte und hofft, dass dieser brillante Anwalt Mike Weiss, den er im Film verkörpert, wie in Filme allzu oft üblich noch die Kurve kriegt, so basiert der Film auf einer wahren Geschichte und da passiert so etwas leider recht selten.

Vielmehr als der wirklich gelungene Film, hat mich die Geschichte dahinter fasziniert. Und auch wenn ich jetzt mal wieder zu viel verrate, so möchte ich hier doch unbedingt darauf eingehen ebenso wie auf die vielen skandalösen Fakten, die ich durch den Film erst erfahren habe. Es geht um die Pharmaindustrie und wie bestimmte Sachen gehandhabt werden. Der Film beginnt damit, dass eine Krankenschwester sich bei der Versorgung eines wild um sich schlagenden aidskranken Drogenabhängigen an der dazu verwendeten Spritze verletzt und als Folge selbst erkrankt. Mir war bis dahin nicht klar, dass dies ein ernsthaftes Problem darstellt wie auch bei Hepatitis B sowie C und leider nicht nur eine Ausnahme ist.

Im Film erfindet daraufhin ein Freund eine Sicherheitsspritze, bei der die Nadel sofort nach Gebrauch im Inneren verschwindet, so dass sie weder erneut verwendet werden kann, noch jemand sich daran verletzten kann. Mit diesen Sicherheitsspritzen könnten somit Millionen Menschenleben gerettet werden. Und das schräge, ich habe noch nie eine solche Spritze gesehen, ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt.

Besonders in Afrika wo Kunststoffspritzen ? obwohl nicht zur mehrmaliger Verwendung vorgesehen ? von den Pharmakonzern durch Kinder eingesammelt werden und gegen besseres Wissen nach einer nicht ausreichenden Säuberung erneut verwendet werden, könnten Millionen von Leben gerettet werden. Denn die Verwendung dieser Spritzen stellt die Hauptursache der Übertragung von Aids in Afrika und damit für die Aids-Epidemie dort dar.

Wie schräg und krank dieses System ist, wird deutlich, da das erste Angebot für das Patent, das die beiden Anwälte Mike Weiss und Paul Danziger erhalten, lediglich dazu dienen soll, das Patent weiterhin unter Verschluss zu halten, um die Millionen Leben rettende Spritze nicht zu produzieren, sondern genau das verhindern soll ? um weiterhin einen maximalen Gewinn zu erzielen, um Strukturen zu erhalten, die diese Gewinnmaximierung sichern oder aus sonstigen abwegigen Beweggründen.

Der Film zeigt auf, wie ohne enorme finanzielle Mittel es kaum möglich ist gegen diese bestehenden Strukturen vorzugehen, die denen der organisierten Kriminalität wie der Mafia entsprechen und dem Machterhalt und dem Gewinn einer kleiner Gruppe dienen, die in diesem Fall die Produktion und den Vertrieb von Spritzen kontrollieren. Dabei fragt man sich sogleich, inwieweit dies auch in anderen Bereichen geschieht, ohne dass wir davon jemals erfahren? Der Film, der diese Informationen verbreitet, ist somit selbst Teil des Happen Ends des Films, denn dadurch erfährt die Welt vielfach oft erst von diesen Sicherheitsspritzen ebenso wie die $150 Million, auf die sich die Parteien letztendlich einigen, wie der Nachspann verrät und der daraus resultierenden Verwendung der safety needle in tausenden von Krankenhäusern in den USA.

Im Film wird eine Überwachung des Anwaltes Mike Weiss angedeutet ebenso wird assoziiert, dass sein Tod in dem Zusammenhang steht, da er nicht bereit war, das erste Angebot anzunehmen, um die Sicherheitsspritzen der Welt vorzuenthalten und weiter prozessieren wollte. Sein Tod wurde jedoch nicht weiter untersucht ? alles ebenfalls typisch für organisierte Kriminalität. Eine eingeleitete Untersuchung der Staatsanwaltschaft, die jedoch nicht im Film gezeigt wird ? der Film hält sich also noch zurück, um nicht ebenfalls in irgendwelchen Schubladen zu verstauben ? führte zum mysteriösen Tod der beiden ermittelnden Staatsanwälte, andere wurden später gefeuert und die Untersuchung wurde eingestellt. Der Einfluss und die Vorgehensweise organisierter Kriminalität wird im Film auf verschiedenen Ebenen deutlich. Diese Verquickungen und der Einfluss auf verschiedene Ämter des Staates wird im Film unter anderem sichtbar, da eine Senatorin, die zunächst bereit war den Einsatz von Sicherheitsspritzen zu unterstützen, nach nach einer großzügigen Spende seitens der Pharmaindustrie, diese Unterstützung zurückzieht.

Übrigens, Paul Danziger ? der Partneranwalt von Mike Weiss und im Gegensatz zu diesem ein solider, werdender Familienvater ? ist ausführender Produzent des Filmes und auf seiner Erzählung der Vorgänge beruht auch der Film, den sich wirklich alle unbedingt anschauen sollten, besonders die, die wie ich vorher noch nie was von Sicherheitsspritzen bzw. safety needles gehört haben.

Das Edinburgh International Festival vom 5. August ? 29. August 2016

Freitag, 22. April 2016

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Wie jedes Jahr freue ich mich schon sehr auf den August und die damit einhergehenden großartigen Events, die innerhalb der verschiedenen Festivals stattfinden. Der Vorverkauf der Karten hat bereits begonnen und so können wir uns sogleich auf das Programm des Edinburgh International Festivals stürzen und bestellen. Wer also im August in Edinburgh ist, sollte unbedingt ebenfalls einen Blick hineinwerfen. Ich habe im letzten Jahr viele phantastische Veranstaltungen dabei erlebt und ich werde sicherlich auch dieses Jahr bei der tollen Auswahl aus den Bereichen Tanz, Oper, Theater und Musik ? sowohl klassische als auch zeitgenössische ? eine Vielzahl herausragender Events besuchen.

Wie bereits letztes Jahr wird das Festival mit einem Free Opening Event von 59 Productions eröffnet und wenn es nur annähernd so phantastisch wird wie letztes Jahr, lohnt sich schon deshalb ein Trip nach Edinburgh. Dieses Jahr wird ?Deep Time? aufgeführt und es hört sich bereits sehr vielversprechend an. Auch diesmal werden verschiedene Elemente vereint, wie sie im Jahr zuvor beim ?Harmonium? Projekt großartig umgesetzt wurden. Letztes Jahr kreierte 59 Productions die Lichtkunst zu der Chormusik ?Harmonium? von John Adams, die wiederum auf drei Gedichten basiert, wobei zwei von Emily Dickinson stammen. Diese Kunst wurde auf die Usher Hall in Edinburgh projektiert. Die Daten, die dazu verarbeitet wurden, stammten von den Chormitgliedern, von denen bereits im Vorfeld alle möglichen Daten während des Singens aufgenommen wurden wie Herzfrequenz, Gehirnaktivitäten, Augenbewegung etc. ebenso wurden auch Bilder von Ihnen verwendet. Es war einfach großartig und sehr beeindruckend, besonders die Verknüpfung von Musik mit dem fantastischen Chor und visueller Kunst hat alle Sinne aktiviert. Ich freue mich daher bereits sehr auf die sicherlich wieder hervorragende Veranstaltung und bin schon sehr gespannt auf die Realisierung, wobei diesmal die Musik von Mogwai stammt und Edinburgh selbst das zentrale Thema mit seiner Geschichte, dem Castle und seiner Geologie ist.

Ein weiterer Termin, den ich mir auch schon dick im Kalender markiert habe, ist der 21. August. An diesem Sonntag findet an den verschiedenen Orten in Edinburgh Veranstaltungen unter dem Titel ?Songlines? statt, bei dem das Singen zelebriert wird, besonders die Kraft und die Freude des gemeinsamen Singens mit seinem verbindenden Element. Diese Aktion ist angelehnt, wie der Titel bereits verrät, an die Traumpfade der Aborigines, die die Menschen mit dem Land und den Vorfahren verbinden. Letztes Jahr gab es eine ähnliche Aktion mit Blechbläsern, die schon großartig war, obwohl ich nicht wirklich ein Blechbläser-Fan bin, dahingegen liebe ich Singstimmen, so dass ich diesem wunderbaren Event begeistert entgegensehe.

Da ich Singen und besonders Events mag, bei denen mehrere Sinne angesprochen werden, liebe ich auch Opern. Daher freue ich mich besonders auf die Oper ?Norma? mit Cecilia Bartoli sowie auf ?Rheingold? der Mariinsky Opera. Auch den Dirigenten Marin Alsop (sie leitet als erste Frau ein großes US-amerikanisches Orchester!) und Sir John Eliot Gardiner sehe ich erwartungsvoll entgegen ebenso wie Magdalena Ko?ená. Übrigens, Usher Hall ebenso wie Queen’s Hall sind beides sehr schöne Veranstaltungsorte hier in Edinburgh. Das musikalische Angebot im Rahmen des Edinburgh International Festivals ist weit gestreut, so dass eigentlich für jeden etwas dabei sein müsste.

Auch das Tanzangebot klingt sehr interessant und in den Jahren zuvor waren auch die Tanzensembles, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte, alle hervorragend, so dass ich mich auch dieses Jahr überraschen und sicherlich von ihnen überzeugen lassen werde.

Ein weiterer meiner Favoriten ist der großartige schottische Schauspieler Alan Cumming, der in der Serie ?Good Wife? zu sehen ist ebenso war er in ?X-Men 2? und vielen weiteren Filmen. Letztes Jahr stellte er sein Buch ?Not My Father’s Son? auf dem Edinburgh International Book Festival vor, dass ebenfalls zu empfehlen ist. Trotz seines internationalen Erfolges ist er immer seiner schottischen Herkunft eng verbunden und wird hier vom 6. ? 27. August mit dem Stück ?Alan Cumming Sings Sappy Songs? zu sehen sein.

Das Festival hat übrigens eine deutschsprachige Seite.

Approved Food
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coole britische Produkte & gegen Lebensmittelverschwendung

Donnerstag, 14. April 2016

Da ich mal wieder einen Einkauf bei Approved Food tätige ? ich hatte euch schon mal davon hier im Blog vorgeschwärmt, da es aus meiner Sicht eine ziemlich geniale Idee ist der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken ? lass ich euch einfach daran teilhaben. Dort findet ihr nämlich unter anderem günstig schottische und britische Produkte, die ich früher in Deutschland nur schwer bzw. wenn dann immer recht teuer oder eben gar nicht bekommen habe. Übrigens, wenn ihr die Bilder anklickt, kommt ihr sogleich auf die entsprechende Seite und seht die Details.

Zunächst gibt es gerade unser schottisches Nationalgetränk dort ? nein, keinen Whisky ? sondern Irn Bru, das auch in dem Film ?Angles‘ Share? zu sehen ist und worüber ich in dem Zusammenhang bereits geschrieben habe. Auch die anderen Limonaden dieser schottischen Firma werden hier bevorzugt getrunken.

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Wir haben in Schottland phantastischen Käse, nur leider nicht ganz die passende Brotauswahl wie in Deutschland. Ich liebe Käsebrote und finde Käse auch immer eine tolle Alternative, wenn abends Freunde vorbei kommen und ich keine Zeit oder keine Lust habe zu kochen. Dazu passen auch immer toll Chutneys oder ähnliches, die man wunderbar vorrätig haben kann und die sich jeder dann einfach noch auf den Käse klecksen kann. Wie haben hier in UK an solchen Chutneys etc. immer eine enorme Auswahl und auch wenn das Angebot bei Approved Food wechselt, so findet sich doch meist immer etwas passendes.

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Chutneys etc. passen als Saucen auch großartig zu Gegrilltem ebenso wie zu Fondue und Burgern.

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Shortbread ist natürlich auch typisch schottisch und auch davon hat Approved Food gerade verschiedene im Angebot, sogar herzhaftes.

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Hier wird viel Cider getrunken. In den Supermärkten gibt es Unmengen von Cider mit verschiedenen Früchten und in diversen Varianten, besonders jüngere Erwachsene trinken diesen sehr gerne. Ich bin eher für die klassische Variante. In den Bars in Edinburgh kann man teilweise auch spannende Varianten probieren, bevor man sich dann endgültig entscheidet, so zum Beispiel Cider mit einer Whisky-Note, also probiert mal welche aus, wenn ihr hier seid. Ansonsten gibt es bei Approved Food auch meist welche, jedoch eher die fruchtigen Versionen, die aber meine Tochter zum Beispiel bevorzugt.

Salt & Vinegar Crisps gibt es bei Approved Food meist auch immer, wenn ich Chips esse, dann am liebsten diese. Also, wer auch Fan dieser recht typisch britischen Variante ist, wird bei Approved Food eigentlich fast immer fündig. Überhaupt kann man dort Chips ganz gut bestellen, wir bestellen zumindest immer einiges an Chips und haben so auch ein paar tolle neue Geschmacksrichtungen entdeckt, die noch besser waren, als meine Tochter bereits beim Bestellen erhofft hatte ? sie liebt Chips und darf daher bei uns die Auswahl übernehmen.

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Übrigens, sehr beliebt ist hier süßes & salziges Popcorn zusammen in einer Tüte gemischt, also ruhig mal mutig sein und es ausprobieren.

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Auch für das Frühstücktoast gibt es bei Approved Food einiges Typische zu bestellen, so Lemon Curd, der sich auch immer großartig zum Backen ? besonders für Cremes ? eignet ebenso wie Orangenmarmelade oder Grapefruitmarmelade. Gerne esse ich auch Rhabarber-Ingwer-Marmelade auf meinem Brot, die es im Supermarkt von verschiedenen Marken gibt, auch Approved Food hat eine im Angebot, die ich mir sogleich in den Einkaufswagen gelegt habe.

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Edinburgh International Science Festival 2016

Freitag, 8. April 2016

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Wie jedes Jahr in den Osterferien findet dieses Jahr vom 26. ? 10. April das Science Festival in Edinburgh statt, auf das ich bereits hingewiesen habe. Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen für Groß und Klein. Meine Auswahl letzte Woche umfasste zum Beispiel so verschiedenartige Sachen wie Party, Markt, Community Projekt, Musik, Vortrag von Martin Rees, ob die Menschheit das nächste Jahrhundert überlebt sowie ein ungewöhnliches Menü.

Es begann Ostermontag mit ?Flatpack in Fountainbridge?. Fountainbridge ist ein Community Projekt, bei dem unter anderem gemeinsam gegärtnert wird. Ich finde Community-Projekte großartig und wünschte, es würde mehr davon geben. Bei diesem Talk ging es insbesondere um WikiHouse. Einem Projekt, an dem viele beteiligt sind und ihr Wissen zusammenfügen, auch die Umsetzung in Fountainbridge erfolgte gemeinschaftlich. Die zur Verfügung stehenden Module lassen sich individuell modifizieren und sollen ökologisch durchdacht sein wie auch kostengünstig. Insbesondere in UK stellt dies eine interessante Alternative dar, da fast alle neuen Bebauungen von insgesamt lediglich 10 großen Firmen ausgeführt werden.

Am Dienstag ging es weiter mit Martin Rees, der eigentlich Astronom und seit 1995 Hofastronom des britischen Königshauses ist, sich jedoch ebenfalls viel mit Astrophysik und Kosmologie beschäftigt hat. Die Zukunft der Menschheit und zukünftige Entwicklungen waren das Thema seines Talks ?Survival of the Century?, womit er sich bereits seit längerem auseinandersetzt. Er ist ausgesprochen bekannt, jedoch fand ich sein Buch, das ich vor längerer Zeit gelesen hatte, eher enttäuschend. Dahingegen war sein Vortrag besser, als ich vermutet hatte.

Am Mittwoch gab es dann die Welturaufführung von ?The Sounds of Science?, wobei von der Entdeckung des Feuermachens bis hin zum CERN mit seinem Large Hadron Collider und der Entdeckung des Higgs-Bosons, die Geschichte der Wissenschaft musikalisch dargestellt wurde. Der Ansatz Geschichte mal anders als mit Worten zu vermitteln ? angeregt durch die Tapestry Darstellung der Eroberung Englands durch William the Conqueror ? ist sicherlich interessant. Christopher Lloyd, der die Zeitlinie dazu entwickelt hat, stellte zunächst recht ausführlich sein Konzept vor ? mir etwas zu langatmig, jedoch war es dadurch gewiss für Kinder verständlicher und unterhaltsamer. Die Musik kam mir jedoch mit 20 Minuten dabei ein wenig zu kurz. Zum Glück verursachte der Vorschlag, die Ereignisse mit dem Programmheft zu verfolgen, statt den vorhanden großflächigen Bildschirm dazu zu verwenden, nicht das von mir befürchte Rascheln. Ich hätte dies auch irgendwie als Pfusch empfunden, denn die Musik sollte doch eigentlich für sich alleine stehen können, was aus meiner Sicht auch recht gelungen ist, so konnte ich ziemlich gut der Zeitachse mit den dazugehörigen Ereignissen folgen. Die Darbietung von Dame Evelyn Glennie war großartig ebenso wie die Komposition von Jill Jarman ? beide hätten ruhig mehr Raum dabei einnehmen sollen.

Donnerstag wurde dann ?The Futuristic Meal? verspeist. Das Essen war nicht ganz so experimentell und auch nicht so künstlich, wie ich befürchtet hatte, es war also ganz lecker und die Leute mit am Tisch waren sehr nett ebenso wie die Vorträge zwischen den Gänge zum Futurismus, die meist recht unterhaltsam waren. Dabei sollte jedoch keinesfalls vergessen werden, dass der Futurismus dem Faschismus und Mussolini nahe stand, Krieg und Gewalt verherrlicht und mit der futuristischen Küche ?der Rasse neue heroische und dynamische Kräfte? eingeflößt werden sollte.

Freitag hatte ich ein Ticket für ?Big Bang Bash?, worauf ich mich am meisten gefreut hatte. Party feiern in der tollen Halle des National Museum of Scotland, das konnte einfach nur gut werden.

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Am Sonntag gab es dann noch SciMart in Summerhall mit leckeren und interessanten Marktständen, Vorträgen und coolen Foodtrucks im Innenhof. Es gab sogar einen Cheese Making Kit für Scottish Crowdie und natürlich schottischen Gin ? auch sehr empfehlenswert. Besonders gut gefallen, hat mir der Stand eines Catering Unternehmens, die ihre dabei anfallenden gebrauchten Fette als Seife recyclen und auch einen Kit anbieten, damit wir zu Hause ebenfalls die diversen Fette, die in der Küche übrigbleiben und nicht mehr zum Essen verwendet werden, in Seife umwandeln können, sogar ranziges Fett liefert dabei großartige Seife. Wie wir die verschiedenen anfallenden Fette vorbereiten müssen, um sie weiter zu verwerten, steht genau in der dem Kit beigefügten Anleitung. Sicher auch in Deutschland eine interessante Idee für alle, die viel kochen oder Koch-Workshops etc. geben, bei denen wahrscheinlich auch einiges anfällt.

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