Archiv für September 2016

Veganer Eierlikör oder Keine-Eier-Likör

Sonntag, 11. September 2016

Ich muss gestehen, dass ich kein Veganer bin, da ich viel zu gerne Käse esse. Anderseits leiden Tiere enorm unter unserem extremen Verbrauch an tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Auch trägt die Rinderhaltung mit einem hohen Ausstoß an Methan zur Klimaerwärmung bei, so dass wir unsere Verhaltensweisen überdenken und wo es geht Alternativen nutzen sollten. Außerdem kenne ich recht viele, die völlige Panik bekommen, wenn rohe Eier verwendet werden, aus Angst vor einer Salmonellenerkrankung, so dass Alternativen auch für diese von Interesse sind ebenso wie für Allergiker.

Daher backe ich in letzter Zeit öfters vegane Cupcakes, dabei habe ich festgestellt, dass ich es sogar manchmal ganz praktisch finde, dass dies auch ohne Eier geht und trotzdem zu einem ebenso köstlichen Ergebnis führt. Denn Eier müssen halbwegs frisch sein, sodass man sie nicht wie Zucker und Mehl immer auf Vorrat im Haus haben kann. Dagegen können z.B. Sojamehl und Aquafaba gut auf Vorrat im Schrank stehen und sind fast einfacher zu verwenden und schmecken ebenso gut im Kuchen wie Eier. Wie oft überlegen wir, von wann die Eier im Kühlschrank sind und ob sie noch genießbar sind, unter Umständen machen wir auch noch einen lästigen Test, um fest zustellen, dass sie nicht mehr essbar sind. Es ist daher immer wichtig traditionelle Vorgehensweisen in Frage zu stellen, um so für Mensch und Tier bessere Optionen zu entdecken. Im Grunde steht vielen dabei nur die Gewohnheit im Wege.

Ich war am Anfang auch recht skeptisch ? Kuchen oder Cupcakes ohne Eier schmecken sicherlich nicht wirklich gut, dachte ich, aber ich wurde überaus angenehm überrascht und auch für die Creme lässt sich Aquafaba wunderbar verwenden. Daher bin ich mal meine Cupcake-Rezepte aus meinen Büchern durchgegangen und habe überlegt, was davon so gar nicht in einer veganen Version gehen könnte und die Eierlikör-Cupcakes zu Ostern fielen dabei sofort ins Auge. Alles mit Ei passt zwar großartig zu Ostern, aber ist leider so gar nicht vegan und ohne Ei ist es dann noch passend zu Ostern? Ich finde schon, wir können sie dann vielleicht einfach Keine-Eier-Likör-Cupcakes nennen. Im Grunde dienen die Eigelbe im Eierlikör nur zum Färben und die meisten finden die Vorstellung von rohen Eiern eher unappetitlich und verdrängen die Tatsache bloß ? so wie ich. Also warum nicht einfach auf die Eier verzichten? Daher hier also selbstgemachter Eierlikör, der das ganze Jahr über schmeckt, ohne Ei ? ganz vegan und super lecker.

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ZUTATEN:

2 EL Rohrohrzucker
1 EL Vanillezucker
100 ml 70%-igen Alkohol (Apotheke)
500 ml veganes Vanilledessert (Pudding)
1-2 EL Rum


ZUBEREITUNG:

Zucker so gut es geht im Alkohol auflösen. Vanilledessert zugeben und mit Rum abschmecken.

Den Eierlikör mit einem Trichter in eine gut verschließbare Flasche füllen und kühl stellen.

Wird die Zuckersteuer in UK dazu führen, sich gesünder zu ernähren?

Donnerstag, 1. September 2016

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Ab 2018 gibt es in UK eine Zuckersteuer auf gezuckerte Limonade, im ersten Jahr sollen damit £520m Steuern eingenommen werden. Geplant ist, diese Mittel zu nutzen, um Sportunterricht in Grundschulen zu fördern. Der Preis einer Dose Limo würde sich dabei dann etwa um 10 p erhöhen, 1 l könnte dann 24 p mehr kosten. Da es hier hauptsächlich 2 l Flaschen gibt, würde sich der Preis bei den Eigenmarken der Supermärkte teilweise fast verdoppeln. Die betroffenen Unternehmen überlegen zu klagen, da auch in anderen Lebensmitteln der Zuckeranteil erschreckend hoch ist, diese jedoch nicht von der Zuckersteuer betroffen sein werden. Oft ahnen wir bei diesen Produkten nicht einmal, dass sie einen so hohen Anteil Zucker haben, was noch erheblich gefährlicher ist, z.B. sind hier fertige Saucen zu Nudeln sehr beliebt wie Tomaten- oder Bolognese-Sauce, die oft zu einem Drittel aus Zucker bestehen. Hier würde eine Kennzeichnungspflicht sicherlich weiterhelfen.

Aber gut, ich kann eigentlich mit der Zuckersteuer leben. Nur vermute ich nicht, dass die Menschen hier dann plötzlich von Limonade auf Wasser umsteigen werden, sondern dass dadurch lediglich der Konsum von Limonade mit Süßstoff ansteigt, was aus meiner Sicht keine Verbesserung wäre ? ich bin kein Fan von Süßstoff und halte ihn für noch ungesünder als Zucker. So gab es hier, bevor die Schule nach den Sommerferien startet, immer einen Werbespot vom Staat, der darauf hinweist, wie ungesund der ständige Verzehr von Limonade für unsere Kinder ist ? so weit, so gut. Doch dann wird als Alternative nicht Wasser vorgeschlagen, sondern eben weiterhin Limonade, jedoch eben diesmal mit Süßstoff gesüßt, was für mich keine sinnvolle Alternative ist, sondern eine ziemlich schräge und ebenso ungesunde Entwicklung darstellt, da Süßstoff als Auslöser für Krebs ebenso wie als Appetitanreger in Verdacht steht, der dadurch letztendlich zu einer höheren Kalorienzufuhr führt. In Schottland ist es so, dass viele mittlerweile sogar Wasser ekelig finden und es sich nicht vorstellen können, dass ich und andere es sogar total gerne trinken. Das Angebot an Wasser in den Supermärkten lässt sich nicht annähernd mit dem umfangreichen Angebot in Deutschland vergleichen. Dafür gibt es oft bei den Limonaden manche Geschmacksrichtungen bereits nur in der Süßstoff-Variante. Auch die nicht als ?diet? gekennzeichneten Limonaden schmecken oft nach Süßstoff und enthalten dann auch welchen. Daher vermute ich, dass die Entwicklung nicht ? wie der gesunde Menschenverstand sich erhofft ? wieder zu mehr Wasser führt, sondern eben zur Limonade mit Süßstoff, was die Sache aus meiner Sicht eher schlimmer macht. In ein paar Jahren lässt sich dann wahrscheinlich nicht mehr leugnen, dass auch Süßstoff nicht allzu gesund ist und wir verfangen uns immer mehr in einem Wirrwarr von angeblichen und verdrehten Verbesserungen, die uns jedoch immer weiter von einer sinnvollen Alternative und Lösung wegbringt, sodass wir diese dann schon nicht mehr als solche erkennen können.

Eigentlich müsste das Problem allen seit langem klar sein, dass der ständige Genuss von Limonade weder für die Zähne noch die Gesamtgesundheit hilfreich ist und Wasser die gesündere Alternative darstellt und daher in erster Linie zum Löschen des Durstes genutzt werden sollte. Auch ich durfte als Kind nur in Maßen Süßigkeiten und Limo genießen, d.h. so gut wie gar nicht, weil ? wie so vieles ? dieses in Übermaßen ungesund ist und auch meine Tochter habe ich so lange es geht davon ferngehalten ? was bei einem Einzelkind vielleicht ein wenig länger geht, aber auch nicht allzu lange. Natürlich gab es bei uns auch Limonade, aber eben nur ganz, ganz selten (auf Reisen oder zu Geburtstagen mal) und wenn meine Tochter Durst hatte, trank sie immer Wasser. So handhabt sie es auch heute noch und dann kann die Limo auch ruhig mal mit etwas Zucker sein.

Deutschland hinkt bei Entwicklungen im Lebensmittelbereich meist hinterher, das hat seine guten und schlechten Seiten. Doch auch wenn es länger dauert, so erreichen zumeist irgendwann diese nicht immer positiven Entwicklungen Deutschland, denn auch in Deutschland haben viele ihren Kindern gezuckerten Kindertee ins Fläschchen gefüllt.

Ich finde es immer schade, dass wir oft Gesetze brauchen und nicht einfach durch Einsicht dahin kommen. So ist es bei den Plastiktüten, deren Verbrauch erst erheblich reduziert wurde, indem gesetzlich vorgeschrieben wurde, dass diese nicht mehr unentgeltlich abgegeben werden dürfen und so ist es jetzt mit der Limonade. Eigentlich wissen wir doch alle, dass Zucker Kalorien hat und wenn wir ständig Limo trinken, dass der Zucker auch unsere Zähne angreift und zu Karies führt. Also, lasst uns zu mündigen Bürgern werden, die Sachen in Frage stellen und aus Einsicht handeln und nicht weil uns irgendjemand sagt, dass es so richtig oder cool ist.