?111 Places in Edinburgh That You Shouldn’t Miss? von Gillian Tait ? der etwas andere Reiseführer

dunbars1

Durch Zufall bin ich über einen großartigen Reiseführer zu Edinburgh gestolpert, der sich auf angenehme Weise von den Reiseführern unterscheidet, die sich hier für Freunde stapeln, wenn der ein oder andere mal ohne mich diese wunderbare Stadt erkunden möchte. Da ich in Edinburgh zu Hause bin, benötige ich eigentlich keinen Reiseführer. Doch der Reiseführer von Gillian Tait macht sogar uns Spaß. Er ist sowohl für diejenigen geeignet, die sich zum ersten Mal Edinburgh anschauen ebenso wie für die, die schon ein paar mal hier waren oder wie ich hier leben und meinen, alle Sehenswürdigkeiten bereits zu kennen. Das Buch enthält die zahlreichen charmanten Gegebenheiten, an denen ich mich im Alltag immer wieder erfreue, wenn ich daran vorbei komme. Das Buch motiviert mich ebenfalls, sich das ein oder andere mal genauer anzusehen oder manches sogar zum ersten Mal. Diejenigen, die Edinburgh noch nicht kennen, finden hier wunderbare Entdeckungen entlang den üblichen Sehenswürdigkeiten, die der normale Tourist meist nie findet wie zum Beispiel Dunbar?s Close Garden auf der Royal Mile, die Edinburgh Castle mit Holyrood Palace verbindet und immer recht voll ist, da diese ein wesentlicher Anziehungspunkt für alle Touristen ist, sodass ein kurzes Verweilen im dem dort versteckt liegenden lauschigen Garten recht angenehm ist.

dunbars

Der wunderbare Städteführer ?111 Places in Edinburgh? enthält eine enorme Bandbreite von recht unterschiedlichen Orten, seien es unsere Strände Portobello und Cramond mit ihren Sehenswürdigkeiten, Camera Obscura, wovon die Kinder einer Freundin in den Osterferien ganz begeistert waren oder Craigmillar Castle, The Forth Bridge, Inchcolm, The Writer?s Museum, Portrait Gallery, Calton Hill und Arthur?s Seat, Summerhall und der gegenüber liegende Park The Meadows, Scott Monument und viele mehr, an die Gillian Tait erfrischend anders herangeht ebenso wie andere ebenfalls wirklich sehenswerte Orte, die leider jedoch bisher noch nie Eingang in einen Reiseführer gefunden haben.

?111 Places in Edinburgh? enthält 111 liebevoll ausgewählte Orte in Edinburgh, die jeweils auf einer Doppelseite Platz finden, wobei eine Seite vom Foto eingenommen wird und auf der anderen der dazugehörende, gut geschriebene Text zu finden ist, der schnell auch in tiefere Schichten geht, die über die üblichen Anekdoten hinausreichen. Daher hinterlässt das fundierte Wissen von Gillian Tait, die Kunstgeschichte studiert hat, ein zufriedenes Gefühl. Sicherlich war es nicht ganz einfach, sich für genau diese 111 zu entscheiden, denn Edinburgh wimmelt nur so vor charmanten und schönen Winkeln, die sich zu entdecken lohnen. Auch diverse Karten, in denen alles eingetragen ist, befinden sich im Buch, sodass man sogleich nachschauen kann, was es noch Spannendes in der Nähe zu erkunden gibt. Besonders gut gefällt mir außerdem, dass die Buslinie, die dorthin führen, ebenfalls verzeichnet sind wie auch alle anderen wichtigen Infos. Das macht es besonders für Fremde erheblich einfacher diese lohnenden Entdeckungen zu finden. Übrigens, obwohl das Buch auf Englisch ist, so ist es doch überraschenderweise bei einem deutschen Verlag erschienen.

Bevor ich jedoch mein Exemplar aufschlagen konnte, riss sich meine Tochter es sofort an sich und kommentierte es sogleich mit begeisterten Ausrufe wie ??unser? Bootshaus?, das lauschig am Union Canal liegt oder ?oh, die Kirche ist bei Emma ? die schaue ich mir beim nächsten Mal von innen an? (Chalmers Memorial Church mit einer äußerst charmanten, jedoch ungewöhnlichen Innenbemalung) oder ?meine Uni, meine Bibliothek ? aber das habe ich dort nie gesehen?, was sie jetzt sofort nachholen wird. Auch mir ging es so, freudige Ausrufe des Erkennens, als ich ?meinen? Bioladen oder ?meinen? Käseladen entdeckte, den ich auch Touristen nur wärmstens empfehlen kann zum Beispiel für ein lauschiges Picknick, um dabei zu entdecken, welche köstlichen Käsesorten Schottland zu bieten hat.

spoon-cafe-1

Auch The Elephant House mit seiner großartigen Aussicht wird aufgeführt, zu dem ich auch alle Harry Potter Fans in meinem Freundeskreis führen muss ebenso wie das mittlerweile in Spoon Restaurant umbenannte Nicolson?s Café, das ebenfalls im Buch Erwähnung findet, wenn auch nicht mit einer eigenen Seite. Dort befindet sich ebenfalls eine Plakette, dass J. K. Rowling dort geschrieben hat und auch ansonsten ist es ein nettes Café, um mal eine kleine Pause einzulegen. Da wir gerade bei J. K. Rowling sind, so kommt einem dabei sogleich Greyfriars Kirkyard in den Sinn, über den ich mittlerweile schon unzählige Male mit deutschen Freunden schlendern musste, um ihnen die Grabsteine zu zeigen, die J. K. Rowling zur Namensgebung ihrer Figuren inspirierte. Denn irgendwie wollen alle hier immer wieder hin. Doch auch ohne Harry Potter Fan zu sein, ist der Friedhof sehenswert, den viele Touristen wegen der rührseligen Geschichte des Hundes Bobby aufsuchen, der neben einem Grabstein auch eine Statue auf der gegenüber dem Haupteingang liegenden Brücke besitzt, um die sich meist eine wahre Menschentraube bildet. Erheblich interessanter ist jedoch der Text von Gillian Tait dazu, der viel besser die wunderbare Atmosphäre dieses Friedhofes erfasst.

Zusammenfassend kann ich nur allen das Buch empfehlen, da es absolut großartig ist.

Kommentieren